Über das Projekt
Sytos Methodik: was wir analysieren, wie wir Quellen prüfen und was hinter jeder Narrativkarte steht.
Was wir tun
Syto verfolgt den kognitiven Krieg — Russlands systematischen Versuch, das öffentliche Bewusstsein durch Informationsmanipulation zu formen. Wir lesen drei Arten von Quellen — Telegram-Kanäle, X-Accounts und die RSS-Feeds von Medien —, machen darin wiederkehrende strategische Botschaften sichtbar und veröffentlichen sie als Narrativkarten, mit einer Erklärung der Manipulation und mit Werkzeugen, um ihr zu begegnen.
Unsere zentrale Analyseeinheit ist das Narrativ: eine dauerhafte strategische Behauptung, die über Dutzende Kanäle gleichzeitig verbreitet wird. Wir verfolgen Narrative, nicht einzelne Beiträge — und wir zeigen, wie sie sich im Lauf der Zeit verändern. Wir wollen ein Narrativ schon bei seinen ersten Auftritten erfassen, bevor es sich ausbreitet — und jede Karte gibt an, wie viele Quellen und Beiträge bereits dahinterstehen.
Für jedes Narrativ zeigen wir: was genau behauptet wird, welche Propagandatechnik eingesetzt wird, welchen realen Missstand die Botschaft ausnutzt — und wie man ihr wirksam begegnet. Wir verfolgen außerdem, an wen sich jedes Narrativ richtet: an die Ukrainer im eigenen Land, an Angehörige von Soldaten, an westliche Öffentlichkeiten, an amerikanische Wähler, an die britische Öffentlichkeit und andere.
Fünf Fokusse, sechs Perspektiven
Die Arbeit ist in fünf Fokusse unterteilt — nach dem Gegenstand, um den es in den Narrativen geht. Innerhalb jedes Fokus liegen seine Perspektiven, die nicht durch den Quellentyp bestimmt werden, sondern durch die angesprochene Zielgruppe:
- Ukraine — Russlands Kampagne rund um den Krieg, in zwei Perspektiven: in der Ukraine (Telegram-Kanäle und Accounts, die antiukrainische Narrative ins Land tragen) und im Westen (englischsprachige Medien, die dieselben Narrative an westliche Zielgruppen weitertragen).
- USA — russische Staats- und Stellvertreterquellen (X und RSS), die sich vor den Zwischenwahlen 2026 an amerikanische Wähler richten. Eine einzige Perspektive.
- Großbritannien — dieselben russischen Strukturen, gerichtet an britische Zielgruppen: Migration, Vertrauen in die eigenen Institutionen und die Kosten der Unterstützung für die Ukraine. Eine einzige Perspektive.
- Deutschland — dieselben russischen Strukturen, gerichtet an Zielgruppen in Deutschland, auf Deutsch und auf Russisch: der Ost-West-Graben, Energie und Industrie, der Migrationskeil und die Landtagswahlen im September 2026. Eine einzige Perspektive.
- Polen — der einzige Fokus, in dem zwei Staaten vorkommen: russische und belarussische Quellen, die sich an polnische Zielgruppen richten — zu Geflüchteten, historischer Erinnerung und den Kosten der Unterstützung für Kyjiw. Eine einzige Perspektive.
Dasselbe Narrativ kann gleichzeitig in mehreren Perspektiven auftauchen — aber mit unterschiedlicher Rahmung und mit Überzeugungstaktiken, die auf die jeweilige Zielgruppe zugeschnitten sind.
Die Methode
Gilt für das gesamte Produkt — in jedem Fokus identisch.
- Wie es funktioniert — die Multi-Agenten-Pipeline: Datenerfassung, Analyse, Zeitfenster und Grenzen.
- Propagandatechniken — die 18 Techniken, die wir erkennen, mit Definitionen.
- Quellenprüfung — die Aufnahmeregel und die drei Zuordnungsstufen (T1–T3).
Nach Fokus
Jeder Fokus benennt, was er aufnimmt, und listet vollständig auf, was wir lesen.
- Ukraine — der Richtungstest für antiukrainische Narrative sowie die Quellenlisten für die Ukraine und den Westen.
- USA — das Monitoring der Zwischenwahlen, die Quellenliste und die Methode der lagerübergreifenden Konvergenz.
- Großbritannien — der Richtungstest für britische Zielgruppen, die zwei Genauigkeitsgrenzen und die Quellenliste.
- Deutschland — der Richtungstest für Zielgruppen in Deutschland, wo die Aufnahmeschwelle verläuft und wer bewusst fehlt, und die Quellenliste.
- Polen — der Richtungstest für polnische Zielgruppen, warum Belarus gesondert genannt wird, und die Quellenliste.